115

Umsiedelung von Nestern geschützter Insektenarten

Bienen, Hornissen, Hummeln und Wespen sind nützliche Insekten, die aber aufgrund ihrer Wehrhaftigkeit oft als störend oder gefährlich empfunden werden.
 

Allgemeine Informationen

Alle wildlebenden Tiere unterliegen dem allgemeinen Artenschutz. Danach dürfen wildlebende Tiere nicht mutwillig oder ohne vernünftigen Grund gefangen, verletzt oder getötet werden (§ 39 Abs. 1 Nr. 1 BNatSchG).

Eine Vielzahl von Arten ist darüber hinaus besonders geschützt. Man findet sie u.A. in der Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung. Hummeln und alle anderen Wildbienen sowie Hornissen unterliegen diesem besonderen Schutz. Die Tiere dürfen nicht gefangen oder verletzt und ihre Nester nicht beschädigt oder zerstört werden (§44 Abs. 1 Nr. 1 und 3 BNatSchG).

Wespen hingegen unterliegen dem allgemeinen Artenschutz und dürfen nur dann bekämpft werden, wenn dafür ein vernünftiger Grund vorliegt. Da es verschiedene Wespenarten gibt, muss geprüft werden, um welche Art es sich hier handelt.

Die Arten, die freihängende Nester bauen, sind weder aggressiv noch naschhaft und suchen in der Regel nicht den Kontakt zum Menschen. Für die Beseitigung ihrer Nester liegt im Regelfall kein vernünftiger Grund vor.

Nur zwei Wespenarten (Deutsche Wespe Vespula germanica und Gemeine Wespe Vespula vulgaris) legen ihre Nester dagegen in Erdbauen, in natürlichen Höhlen (zum Beispiel Spechthöhlen) oder in dunklen Hohlräumen von Gebäuden (auch in Nist- und Rollladenkästen) an und interessieren sich für süße Getränke oder Speisen Die Umsiedlung, Zerstörung oder Beseitigung von Insektennestern kann deshalb im Einzelfall einer Genehmigung bedürfen. Die meisten Insektenarten sind harmlos und eine Umsiedlung nicht erforderlich. Kritisch können Wespen- oder Hornissennester unmittelbar am oder im Haus (z.B. im Rolladenkasten) sein, besonders wenn Allergiker betroffen sind.

Sonderfall Wespenplage im Spätsommer: 
In jedem Jahr schwärmen im August /September 2 Wespenarten.  Belästigungen können meist ohne Umsiedlung vermieden werden, wenn Nahrungsmittel, Nahrungsreste, Abfallbehälter und Süßgetränke verschlossen gehalten werden. Tipps enthalten die aktuelle Presse oder das Internet (Stichwort „Wespenplage“).

Wer organisiert eine Umsiedlung?

Bei Störungen durch Bienen, Hummeln, Hornissen oder Wespen muss zunächst versucht werden, eine für Mensch und Tier sinnvolle und annehmbare Lösung zu finden.

Für Wespen und Hornissen kommt unter Umständen – sofern unbedingt erforderlich – eine Umsiedlung der Nester in Betracht.

Bienen sind in Kultur gehaltene Nutztiere. Unter bestimmten Umständen teilt sich ein Bienenvolk auf. Der eine Teil verbleibt im Nest, der andere schwärmt aus und bildet eines neues Bienenvolk. Diese Bienenschwärme können von Imkern wiedereingefangen und genutzt werden.

Wer ist für eine Bekämpfung und Beseitigung zuständig?

Kommt nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Gefahrenabwehr nur die Bekämpfung bzw. Beseitigung von Stechinsekten in Betracht, ist folgendes zu beachten:

Die Feuerwehr ist zur Entfernung eines Nestes nur in Ausnahmefällen zur Abwehr unmittelbarer Gefahren für Leben und Gesundheit zuständig.

Zur Entfernung der Nester muss ein fachlich ausgebildeter Insektenbekämpfer in Anspruch genommen werden. Adressen lassen sich mittels Branchenbuch ausfindig machen. Die Entfernung ist kostenpflichtig. Die Kosten sind vom Auftraggeber zu tragen.

Hornissen unterliegen besonderen artenschutzrechtlichen Bestimmungen. Bei ihrer Bekämpfung ist daher zusätzlich eine Ausnahme der Unteren Naturschutzbehörde einzuholen.

Gebührenrahmen

im Einzelfall

Benötigte Unterlagen

keine

Weitere Informationen

BürgerService

Kreishaus
Felix-Fechenbach-Straße 5
32756 Detmold

Links

Öffnungszeiten

Mo. - Do. 07:30 - 18:00 Uhr
Fr. 07:30 - 13:00 Uhr

Ansprechpartner

Team BürgerService
Ebene 3, Haupteingang BürgerService
Telefon: +49 5231 62-300
Telefax: +49 5231 62-1010
E-Mail: BuergerService@kreis-lippe.de

Weitere Informationen

Anmeldung

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden.